AI Act

Welche Bußgelder bei Verstößen gegen den AI Act drohen und wen sie wirklich treffen

Die höchsten Sätze reichen bis zu 35 Millionen € oder 7 % des weltweiten Umsatzes. Die meisten Unternehmen betrifft aber etwas anderes als eine feste Bußgeldtabelle.

Rund um die Bußgelder des AI Act kursiert viel Panikmache und ebenso viel Verharmlosung. Die Wahrheit ist konkreter als beides.

Die offiziellen Bußgeldsätze

  • Bis zu 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Umsatzes für verbotene KI-Praktiken, zum Beispiel manipulative Systeme oder Social Scoring.
  • Bis zu 15 Mio. € oder 3 % des Umsatzes für Verstöße gegen die meisten übrigen Pflichten der Verordnung.
  • Bis zu 7,5 Mio. € oder 1 % des Umsatzes für falsche Angaben gegenüber den Behörden.

Diese Obergrenzen zielen vor allem auf Unternehmen, die KI entwickeln, verkaufen oder in Hochrisiko-Bereichen einsetzen. Ein gewöhnliches Unternehmen, das ChatGPT für die Arbeit nutzt, muss sie nicht fürchten. Sein Risiko sieht anders aus.

Was bei einer fehlenden Schulung droht

Für Artikel 4 allein, also die Pflicht zur KI-Kompetenz, sieht die Verordnung kein festes Bußgeld vor. Die Durchsetzung liegt bei den nationalen Behörden, und die Europäische Kommission erklärt, dass Sanktionen am wahrscheinlichsten sind, wenn es zu einem Vorfall kommt und die Schulung fehlte. Die fehlende Schulung zählt dann als erschwerender Umstand.

Das eigentliche Risiko ist nicht die Bußgeldtabelle, sondern die volle Verantwortung für den Schaden, den ein ungeschulter Mitarbeiter mit KI anrichtet. Ein Datenleck über einen öffentlichen Chatbot ist zugleich ein DSGVO-Verstoß, und dafür gibt es eine eigene Tabelle.

Wer wirklich zahlt

In der Praxis zahlt der, bei dem ein Vorfall passiert und der nichts vorzulegen hat. Die erste Frage der Kontrolle wie auch der Versicherung lautet gleich: Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen? Wer das Schulungsverzeichnis hervorholt, hat es in wenigen Minuten erledigt. Wer nicht, trägt die volle Verantwortung, und es sieht auch noch so aus, als wäre es ihm egal gewesen.

Wie Sie sich absichern

Eine Schulung, die der Arbeit Ihrer Mitarbeiter entspricht, eine Bestätigung für jede Person und ein Verzeichnis, das Sie jederzeit exportieren können. Die Lösungen nach Unternehmensgröße finden Sie auf der Seite AI Act und Compliance.

Häufige Fragen

Bekomme ich ein Bußgeld, wenn ich keine Schulung habe?

Für die fehlende Schulung allein sieht die Verordnung kein festes Bußgeld vor. Das Risiko ist indirekt: Bei einem Vorfall zählt die fehlende Schulung als erschwerender Umstand, und das Unternehmen trägt die volle Verantwortung für den Schaden.

Gelten die Sätze von 35 Millionen auch für kleine Unternehmen?

Die Obergrenzen sind Maximalwerte und knüpfen vor allem an verbotene Praktiken und Hochrisiko-Systeme an. Für die gewöhnliche KI-Nutzung im Unternehmen sind die Haftung für Schäden und die DSGVO wesentlicher.

Hat die Novelle von 2026 etwas an den Bußgeldern geändert?

Die Schulungspflicht ist geblieben. Geändert wurde der Wortlaut von Artikel 4: Es muss kein bestimmtes Wissensniveau bei einer bestimmten Person garantiert werden. Schulung und Nachweis darüber sind nach wie vor das, womit Sie die Pflicht erfüllen.

Sie wissen nicht, wie das auf Ihr Unternehmen passt? Wir gehen es in 30 Minuten durch.

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